Erbengemeinschaft: etwas ganz Besonderes!

Erben mehrere, so entsteht automatisch von Gesetzes wegen eine Erbengemeinschaft - unabhängig vom Willen der Erben.

Es handelt sich um eine Zwangsgemeinschaft, was die Erbauseinandersetzung regelmäßig erschwert.

Dabei kommt es auf die Stellung als "Erben" an. Nur weil jemand "erbt", muss er nicht Miterbe im rechtlichen Sinne sein. Häufig werden Testamente von Laien formuliert und eine "Erbeinsetzung" kann dann möglicherweise nur ein Vermächtnis sein. Ein Vermächtnisnehmer ist also solcher nicht Teil der Erbengemeinschaft. Allerdings kann ein Erbe zusätzlich über den Erbteil hinaus auch Vermächtnisse erhalten.

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) regelt die Erbengemeinschaft sehr stiefmütterlich in § 2032 Abs. 1 BGB: "Hinterlässt der Erblasser mehrere Erben, so wird der Nachlass gemeinschaftliches Vermögen." Die Miterben bilden dann eine Gesamthandsgemeinschaft.  Der Nachlass bildet dann ein "Sondervermögen". Das wirkt sich auf die Verwaltung und Verfügungsmöglichkeiten der Erben über den Nachlass aus. Ein Miterben kann also grundsätzlich alleine nicht über den Nachlass verfügen, etwa ein Grundstück verkaufen.

Der Nachlass ist Angelegenheit der Miterben – und zwar jedes einzelnen.

Erbengemeinschaften sind nicht demokratisch: Entscheidungen über den Nachlass sind einstimmig zu treffen. Der Grund: alle sind von Nachlass in gleicher Weise – anteilig – betroffen.

Folge: Ein einziger Miterbe kann die Erbengemeinschaft blockieren.