Erbschaftsvertrag: Verpflichtung zur Übertragung eines künftigen Erbteils 

Wohlgemerkt der Erblasser lebt noch!

Dennoch können die künftigen Erben sich über die Verteilung des künftigen Nachlasses verständigen. Bedarf mag insbesondere dann entstehen, wenn der Erblasser keine Regelungen mehr treffen kann, etwa wenn er bereits testierunfähig ist.

Grundsätzlich sind Verträge über den Nachlass noch lebender Personen unwirksam. Allerdings kann unter den künftigen gesetzlichen Erben über den gesetzlichen Erbteil oder den Pflichtteil Verträge geschlossen werden (§ 311b Abs. 4 BGB). Zulässig sind aber auch Erbschaftsverträge,  die testamentarische Erbteile zum Gegenstand haben, soweit diese die ohne das Testament bestehende gesetzliche Erbquote der betroffenen künftigen Erben quantitativ nicht übersteigen (BGHZ 104, 279, 280).

Erforderlich ist die notarielle Beurkundung.

Erbschaftsverträge sind allerdings die große Ausnahme. Schwierigkeiten bereiten nämlich gravierende Unsicherheiten: Es besteht keine Sicherheit für den späteren Vollzug und das Bestehen eines Nachlasses und ob der künftige Erbe überhaupt Erbe wird. Diese Unsicherheiten müssten vertraglich mit einige Hilfsklauseln gemildert werden.