Miterben Rechte und Pflichten

Rechte der Miterben und damit die Pflichten beziehen sich auf den Nachlass, deren Sicherung, Verwaltung und Auslösung; sie richten zum einem gegen Nachlassgläubiger, -schuldner, gegen die Miterben aber auch gegen über Dritte wie Banken und Behörden (Grundbuchamt, Finanzamt).

Sicherung des Nachlasses durch Miterben

Mit dem Tod des Erblassers geht sein Vermögen (Nachlass) auf die Erben über. Die Miterben werden Besitzer des Nachlasses.

Für den Erhalt der Erbschaft sieht das Gesetz verschieden sog. Surrogationsregeln vor. Auf diese Weise fallen auch solche Gegenstände in den Nachlass, die noch vom Erblasser bewirkt wurden - z.B. Ansprüche auf Kaufpreiszahlung oder die Als Ersatz für die Zerstörung oder Beschädigung von Nachlassgegenständen erworben werden (Versicherungssummen, Schadensersatzansprüche).

Rechte bei der Miterben bei der Nachlassverwaltung

Miterben verwalten den Nachlass gemeinsam. Sonderregelungen gibt es für die Notverwaltungsmaßnamen. Bei dringlichen Maßnahmen, bei denen andernfalls Schäden entstünden,  kann auch ein Miterbe alleine handeln.

Einer Verwaltungsmaßnahme der Erbengemeinschaft geht an sich ein Beschluss der Erbengemeinschaft voraus. Je nach Art der Maßnahmen ist der Beschluss einstimmig (außerordentliche Maßnahme) oder mit Mehrheit (etwa bei Maßnahmen der ordnungsgemäßen Verwaltung) zu fassen. Maßgeblich für die Bestimmung der Mehrheit ist die Größe der jeweiligen Erbanteile; also nicht nach Köpfen.

Weigert sich ein Miterbe, seine Zustimmung zu geben und ist diese erforderlich, so kann der Miterbe, bei Maßnahmen der ordnungsgemäßen Verwaltung diesen auf Zustimmung verklagt werden.

Häufig wird es sinnvoll sein, einem Miterben die Verwaltung zu übertragen. Dies kann durch Vereinbarung durch die Miterben geschehen.

Im Verhältnis des Miterben zu Dritten sollte dieser die Vertretung der Erbengemeinschaft klarstellen, damit er nicht selbst verpflichtet wird.

Die Miterben haben Anspruch auf Nutzung und Verteilung der Früchte.

Jeder Miterbe ist zum Gebrauch der Nachlassgegenstände befugt, soweit der Mitgebrauch der übrigen Miterben nicht beeinträchtigt wird. In der Praxis entstehen Schwierigkeiten bei der Nutzung eines Nachlassgrundstücks - lediglich durch einen Miterben. Hier stellt die Frage, ob und unter welchen Voraussetzungen der nutzende Miterbe zu einer Entschädigung - und Tragung der Kosten - verpflichtet ist. Sinnvoll ist der Abschluss einer Nutzungsvereinbarung.

Miterben können für Maßnahmen grundsätzlich ihre Aufwendungen erstatten lassen Aufwendungsersatz. Für den Ersatz der Aufwendungen muss auch nicht die Erbauseinandersetzung abgewartet werden.

Ersatz der Aufwendungen kann ein Miterbe möglicherweise dann nicht gelten machen, wenn er eigenmächtig handelt. Erstattungsansprüche können sich dann vor allem aus Geschäftsführung ohne Auftrag ergeben.

Auskunftsrechte zwischen den Miterben

Zwischen den Miterben bestehen nur ausnahmsweise Auskunftsrechte. Sie werden nach Treu und Glauben gewährt, wenn die Erlangung der Auskünfte durch den Miterben selbst nicht möglich bzw. zumutbar ist, währen der in Anspruch genommene die Auskünfte ohne besondere Umstände erteilen kann.

Allerdings bestehen Auskunftsansprüche gegenüber dem Miterben wegen Vorempfängen - die ggf. bei der Erbauseinandersetzung auszugleichen sind.

Ansprüche gegen Miterben können auch in Hinblick auf die Verwaltung durch Miterben bestehen.

Auskunftsansprüche der Miterben gegenüber Dritten

Auskunftsansprüche bestehen gegenüber über den Erbschaftsbesitzer oder den Hausgenossen des Erblassers

Jeder Miterbe kann Einsicht in das Grundbuch, aber auch in die Grundbuchakte nehmen.

Jeder Miterbe kann auch die Grundbuchberichtigung beantragen. Dann wird die Erbengemeinschaft in das Grundbuch korrigiert.

Verfügung über den Erbteil

Jeder Miterbe kann über seinen Erbteil ohne Mitwirkung der anderen Erben verfügen, also etwa verkaufen (Erbteilsverkauf). Ein Verkauf kommt in der Praxis vor allem an Miterben in Betracht. Aber auch eine Belastung des Erbteils ist möglich. Auch wenn über den Erbteil insgesamt verfügt kann, bedeutet dies nicht das Miterben über einzelne Nachlassgegenstände verfügen kann; hier müssen die Miterben gemeinsam verfügen.

Schließlich ist auch eine Verpfändung des Erbteils möglich.

Der Erbteil kann allerdings auch von Gläubigern gepfändet werden.

Miterben haben bei dem Verkauf des Erbteils eines Miterben an einen Dritten ein Vorkaufsrecht. Das Vorkaufsrecht anderer Miterben bei einem Verkauf an einem Miterben besteht allerdings nicht.

Das Vorkaufsrecht müssen die Miterben allerdings gemeinsam ausüben. Das gilt nicht wenn einzelne Miterben auf das Vorkaufsrecht verzichten.

Rechte bei der Erbauseinandersetzung

Jeder Miterbe kann grundsätzlich jederzeit die Erbauseinandersetzung verlangen und auch gerichtlich durchsetzen. Ausnahmen bestehen bei Auseinandersetzungsverbote durch den Erblasser, Testamentsvollstreckung und bei an einer Vereinbarung der Miterben zur Fortführung der Erbengemeinschaft.