Schadesersatz vom Miterben?

Miterben können gegen Miterben Schadensersatzansprüche zustehen.

Erben haben die Pflicht bei der ordnungsgemäßen Verwaltung des Nachlasses mitzuwirken.

Ein Miterbe, der eine Verwaltungsmaßnahme blockiert, kann nach zum Schadensersatz verpflichtet sein.
Entsteht durch die Blockade ein Schaden, ist er zum Ersatz des Schadens verpflichtet, vgl, auch 
Prof. Dr. von Christina Eberl-Borges, "Der blockierende Miterbe", ErbR 2008, 234

Der Bundesgerichtshof (Urteil vom 28.09.2005) hat kürzlich die Möglichkeit einer Schadensersatzpflicht bestätigt.  Ein Nachlassgrundstück sollte veräußert werden. Nach längerer Zeit bot ein Interessent 144 000 Euro, was dem gutachterlichen Schätzwert entsprach. Da ein Miterbe die Veräußerung blockierte, sprang der Interessent schließlich ab, und das Haus wurde anderthalb Jahre später für nur 100 000 Euro verkauft. Eine Schaden von fast 50.000 Euro, der wohl nicht eingetreten wäre, wenn alle Miterben der Veräußerung beizeiten zugestimmt hätten. 

Die drohende Schadensersatzpflicht mag einen überstimmten Miterben von einer weiteren Blockade abhalten.

Jedem erben sth zudem ein Anspruch auf Zustimmung der übrigen Miterben zu einem ordnungsgemäß aufgestellten Teilungsplan zu. Stimmen diese dem Plan nicht zu, und geraten dadurch in Verzug, kann auch der Verzugsschaden geltend gemacht werden. Auch bei einer Einigung auf den Teilungsplan und den dann erfolgten Weigerung auf Durchführung kann ein Verzugsschaden entstehen.

Soweit Miterben Auskunftspflichten nicht nachkommen und dadurch in Verzug geraten, können weitere Verzugsschäden (z.B. Anwaltskosten) geltend gemacht werden.