Erbengemeinschaft und Steuern

Der Erbfall löst keine ertragsteuerliche Folgen aus. Der Nachlass geht unentgeltlich auf die Rechtsnachfolger (die Erben) über. Die Erben treten steuerlich in die Fußstampfen des Erblassers.

Zu unterscheiden ist einmal die gemeinsame Verwaltung des Nachlasses und die Erbauseinandersetzung.

Erbauseinandersetzung und Einkommenssteuer

Die Einkünfte die vom Erbfall bis zur Erbauseinandersetzung  hat grundsätzlich die Erbengemeinschaft zu versteuern. Wird die Erbauseinandersetzung allerdings zügige (ca. 6 Monate) auseinandergesetzt können die Einkünfte rückwirkend beim Erwerber zugerechnet werden.

Das soll – kaum nachvollziehbar -  nicht bei Vermächtnissen gelten (BFH 2008), obwohl diesem die Erträge bereits ab dem Erbfall zustehen (§ 2184 BGB).

Bei der Erbauseinandersetzung kommt es meist zu keiner Anschaffung, die dann auch abgeschrieben werden könnte. Etwas anders gilt, wenn der Wert des Erlangten den Wert des Erbanteils übersteigt und der Miterbe daher den übrigen einen Ausgleich leistet.

Falle: steuerverstricktes Privatvermögen

Aufpassen muss man wenn steuerverstricktes Privatvermögen im Nachlass vorhanden ist, etwa Grundbesitz, welcher innerhalb der zehnjährigen Frist des § 23 Abs. 1 S. 1 EStG vom Erblasser angeschafft wurde oder Kapitalvermögen, seit 2009.

Ziel muss es sein, dass keine eigenen Aufwendungen beim Erbteilserwerb entstehen, da sonst die Realisierung steuerverstrickter Reserven in der Person des (seinen steuerverstrickten Erbteil) veräußernden Miterben droht.

Bei Erbauseinandersetzung über Betriebsvermögen sollte die Aufdeckung stiller Reserven meist vermieden. Das kann leicht geschehen, wenn das Betriebsvermögen auf mehrere Personen verteilt wird.

Erbauseinandersetzung und Erbschaftssteuer

Einzelne Freibeträge stehen nur bestimmten begünstigten Miterben zu, z. B. dem Ehegatten für das Familienheim, bzw. beschränkt für die Kinder.

Gerade beim Familienheim gehören häufig nicht alle Miterben zum begünstigten Personenkreis. Allerdings können die nicht begünstigten Erben den Begünstigten das Familienheim verschaffen.