Teilungsreifer Nachlass / Erbschaft

Für die gerichtlich Erbauseinandersetzung durch Teilungsplan bedarf es der sog. teilungsreife.

Eine solche Teilungsreife setzt voraus, dass das im Nachlass vorhandene Vermögen ohne Wertverlust in Natur teilbar ist, was sich naturgemäß auf Barvermögen, Warenvorräte, Wertpapiere usw. anwenden lässt, für im Nachlass vorhandene Immobilien aber so gut wie nie gilt. 

Gegenstände, die nicht in Natur teilbar sind, sind zu veräußern.

Gegen den Willen der Miterben gelingt eine Veräußerung (Pfandverkauf - öffentliche Versteigerung) indes nicht ohne weiteres, ggf. müssen hier die Miterben auf Zustimmung verklagt werden. 

Möglich ist die Teilungsversteigerung bei Grundstücken zur Vorbereitung der Gesamtauseinandersetzung jedoch auch ohne Zustimmung der Miterben.

Teilungsreife liegt nicht vor, wenn noch nicht alle Rechtsbeziehungen der Gesamthand abgewickelt wurden, d.h. die Forderungen der Erbengemeinschaft eingezogen und die Forderungen gegen die Erbengemeinschaft erfüllt sind. Nachlassverbindlichkeiten sind vorab zu erfüllen (§ 2046 BGB). Liegen noch nicht fällige Nachlassverbindlichkeiten vor, sind entsprechende Rückstellungen zu bilden.