Erbaueinandersetzung durch Testamentsvollstrecker

Der Testamentsvollstrecker ist zur Bewirkung der Auseinandersetzung des Nachlasses verpflichtet (§ 2204 Abs. 1 BGB), auch wenn der Erblasser dies nicht ausdrücklich angeordnet hat (Oberlandesgericht Hamm Urteil vom 24.7.2012).

Wenn anderweitige Erblasseranordnungen fehlen, hat die Erbauseinandersetzung durch den Testamentsvollstrecker zügig zu erfolgen (Prof. Frieser, Erbrecht, 4. Aufl., § 2204 BGB Rz. 6). Gerade wenn der Erblasser im Testament dem Testamentsvollstrecker aufgegeben hat, die Auseinandersetzung unter den Miterben zu bewirken, darf dieser nicht seine lediglich zur Abwicklung und Auseinandersetzung eingeräumte Verwaltungsbefugnis dazu benutzen, gegen den Willen des Erblassers eine Verwaltungsvollstreckung zu führen.

Sohat etwa das Oberlandesgericht Köln in einem Entpflichtungsverfahrens ausgeführt, dass bei einer angeordneten (reinen) Abwicklungsvollstreckung deren langjährige Dauer ein Anzeichen dafür sein kann, dass der eingesetzte Testamentsvollstrecker „der gestellten Aufgabe nicht gewachsen und er zur ordnungsgemäßen Geschäftsführung offensichtlich nicht imstande ist“ (OLG Köln OLGReport Köln 2005, 56).

Lediglich in den Fällen der §§ 2043 – 2045 BGB  hat der Testamentsvollstrecker die Teilung des Nachlasses aufzuschieben.