Erbauseinanersetzung durch Abschichtung

Als Miterbe ist man an einer Gesamthandsgemeinschaft (Erbengemeinschaft) beteiligt, ähnlich wie bei der Gesellschaft bürgerlichen Rechts.

Auch bei der Gesellschaft bürgerlichen Rechts konnte die Stellung als Gesellschaft aufgegeben werden, man spricht dann von Abschichtung.

Die höchstrichterliche Rechtsprechung erkennt die Abschichtung auch bei der Erbengemeinschaft an.

Sie erfolgt durch formlose Erklärung gegenüber den übrigen Gesellschaften: man verzichtet dann dabei auf die Beteiligung.

Die Beteiligung der übrigen Miterben wird entsprechend erhöht.

Die Abschichtung bedarf - also auch bei Grundstück - nach herrschender Rechtsprechung keiner notariellen Beurkundung. Für die Grundbuchberichtung wird allerdings regelmäßig die - kostengünstige - Beglaubigung notwendig sein. 

Die Abschichtung eignet sich also insbesondere als kostensparende Verfahren der Erbauseinandersetzung.

Typische Formulierung einer Abschichtungsvereinbarung:

"..Mit sofortiger Wirkung scheiden die Miterben .. vollständig aus der Erbengemeinschaft nach .. aus.

Hierdurch wächst deren jeweiliger Erbanteil dem verbleibenden Alleinerben ..an.
Die ausscheidenden Miterben erhalten als Abfindung ...

Alle Beteiligten bewilligen und beantragen hiermit, das Anwachsen der jeweiligen früheren Erbanteile der nunmehr ausgeschiedenen früheren Miterben am  Grundbesitz .. im Wege der Grundbuchberichtigung im Grundbuch von .. einzutragen. .."

Dr. Matthias Jünemann hat in einem Fachartikel in der Zeitschrift für Erbrecht und Vermögensnachfolge (2/2012) "Praktische Konsequenzen der Abschichtung von Miterben" viele Fragen der Abschichtung gut dargestellt.